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„Race is an issue“ — Die Sache mit dem Blut
So sehr der Protest gegen das “Wiener Blut”-Plakat der FPÖ auch zu begrüßen ist, ein Problem habe ich dann doch damit. Da gibt es mittlerweile einige Aktionen — so die Plakatalternative von Comics gegen Rechts oder die Facebook-Gruppe “Mei Wiener Blut is a Melange” mit fast 1.700 MitgliederInnen. Nicht zu vergessen, der politische Protest der Grünen und der SPÖ. Der positive Effekt davon ist sicherlich, dass mehr Menschen zum Blutspenden gehen.
Aber genau hier liegt auch das Problem: Fast sämtliche Kritik bleibt innerhalb der “Blut-Argumentation” und spielt mit der Blut-Metapher, die letztlich auf der Idee einer Rassenideologie beruht. Dabei ist die nicht nur strikt abzulehnen: Biologischer Rassismus ist schlichtweg mausetot, ist es zumindest wissenschaftlich und sollte es auch sonst überall sein. Was hier vermischt wird, sind zwei Ebenen: Kultureller Rassismus gegenüber MigrantInnen wird begründet durch ein Wortspiel, das über die Anspielung auf das Blut, den biologischen Rassismus wieder ins Boot holt. Und da ist es auch kein Wunder, dass es auf der “Alpen-Donau.info”-Seite zu dem Thema heißt: “Uns gefällt die Hinwendung zum Blut sehr gut.” Um das aber klarzustellen: Die “Wiener Melange” definiert sich eben nicht über die Blut-Vermischung verschiedener Volksgruppen, sondern über kulturelle Vielfalt. Das sollten auch diejenigen stärker herausstreichen, die wegen des Plakats zum Blutspenden gehen.
Sehr schön ironisiert wird das in in dem Plakat von Digiom, da finden auch Möhspeis und Xöchts ihren Platz zwischen den Volksgruppen. Sehr zu empfehlen zum Thema “Rassismus” ist auch ein Podcast des SWR2.






